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Willkommen zu den Kursen für zeitgenössische Malerei in Hamburg.

Eine attraktive Freizeitbeschäftigung mit einem anspruchsvollen Studium der Malerei zu verbinden, geht das überhaupt? Aus meiner langjährigen Erfahrung als Dozent weiß ich, dass sich die Malerei, verstanden als reine Technik, nur sehr begrenzt vermitteln lässt. Durch eine offene Haltung gegenüber allen Facetten der Kunst erschließt sich erst der Reichtum, den die Malerei für uns bereithält. Ein Studium der Malerei heißt: Sich auf ihre Komplexität einzulassen, gerade dann, wenn es sich um eine Beschäftigung in der raren Freizeit handelt.

Ob als Hobby, der Vorbereitung für ein Studium oder als berufliche Weiterbildung, eignen sich die Kurse für alle, die an einem ganzheitlichen Zugang zur bildenden Kunst interessiert sind. Die Kurse bauen aufeinander auf und bieten damit für jede Voraussetzung einen passenden Einstieg. Wie der erfolgreiche Start gelingen kann, dazu finden Sie hier einen ersten Überblick.

Wie viel Handwerk verträgt die Malerei

Zu Beginn meines Studiums entdeckte ich in der Hochschulbibliothek eine ganze Abteilung mit den einschlägigen Werken zur Einführung in die Malerei. Es fanden noch keine Vorlesungen statt und ich nutzte die Gelegenheit zu einer genaueren Recherche. Obwohl dabei wenig Fragen offen blieben, hatte ich das Gefühl um etwas betrogen worden zu sein.

„Fächerpinsel eignen sich in der Malerei hervorragend für Effekte und sehr natürliche Darstellungen von Bäumen, Wolken, Gräsern und vielem mehr“, las ich dort. Eine sehr natürliche Darstellung als eine Ansammlung von Effekten? Abstrakter wird`s dann mit dem Spachtel? Malerei also nur eine Frage des richtigen Handwerks und des passenden Werkzeugs? Das war nicht sexy. Da fehlte was …

Die Antwort fand sich ein Regal weiter. Hier standen die Künstlermonographien, darunter auch einige Interviews und Bücher, die von Künstlern selbst geschrieben waren. Ein besonders zerfleddertes Paperback zog meine Aufmerksamkeit auf sich: David Sylvester. Gespräche mit Francis Bacon. 182 Seiten und kein Wort darüber, dass Krapplack dunkel und lichter Ocker, Zinkweiß oder Titan zum Hautton führten. Kein Kunsthaarpinsel flach gebunden inspirierte zu den linearen Raumkonstruktionen. Stattdessen ein Reflektieren darüber, ob es überhaupt einen Sinn in der Malerei geben kann oder ob alles nur in ein obsessives Tun mündet.

Zwischen der Kunstgeschichte, Philosophie und intimen Bekenntnissen sprangen die Gedanken nur so hin und her und alles war wunderbar leicht und lebendig. Malerei verträgt eine Menge an Technik und die ist erklär- und damit für jeden erlernbar. Das Handwerk verschafft uns einen Zugang zu der ursprünglich direkten Erfahrungsebene, die gerade für den Einstieg in die Malerei so wichtig ist. Auf der anderen Seite gibt es die Welt der Gedanken und Theorien, die der Erfahrung erst eine Sprache gibt. In meinen Kursen möchte ich einen verständlichen Zugang zu beiden Seiten vermitteln.