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Wissens- und Sehenswertes

In diesem Beitrag gibt es Tipps zum Lesen und andere Empfehlungen von mir. Sie betreffen nicht nur die Malerei, sondern alles was sich direkt oder indirekt mit Kultur und Kunst beschäftigt.

Vom 08. bis zum 28. April stellt der Hamburger Künstler Rudi Kargus bereits zum vierten Mal bei Feinkunst Krüger aus.

Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre.

Text: Jens Hasenberg

Kollaps der Moderne. In Gedanken und in Farbe. Die Malerei von Rudi Kargus.

Was gibt es zu sehen?

Die Landschaft. Spröde, wuchernd mit teils grotesken Auswüchsen. Entropie pur. Es ist als würde einem der Waldpilz die Gehwegplatte vor den Füßen wegsprengen. Auf dem schmalen Grad zwischen Abbildung und Selbstbehauptung weicht die Malerei einer klaren Zuordnung aus. Eben noch Narration und Beschreibung, entlässt der Duktus die Farbe in ihre Reflexionen über sich selbst. Das ist verwirrend und kontemplativ zugleich. Eine romantische Malerei die sich ihrer Illusion bewusst ist.

Die Architektur. „form follows function“. Das Credo der Moderne. Bei Kargus Konstruktion ohne Funktion. Ein entkernter Mies van der Rohe hier, ein dekonstruierter Trümmerhaufen dort. Später auch eine, in ihrer Selbstbezüglichkeit erstarrte, futuristische Architektur der Nachkriegsmoderne. Ein nacktes Gestell, das sich in seiner selbstbewussten Schönheit den Wucherungen der Natur überlässt. Unbewohnbar gemacht,  ntbunden von jeder Ökonomie und Nützlichkeit, wieder Teil eines Ganzen. Bereit für die ganze Welt. Kann man auch als Gegenentwurf zu Facebook sehen. Die Menschen. Sie probieren sich aus. Mal als Groteske, noch gefangen in ihren alten Gewohnheiten, tun sich in Gruppen zusammen und fahren zum anderen Ufer. Auf einem anderen Bild ein Mann, in kindlicher Regression, verspielt auf einem Schutthaufen sitzend, sich als „easy rider“ inszenierend. Dann wieder selbstvergessen tänzelnd mit einem abstrakten Farbwulst auf Arm und Schulter. Einem Falkner gleich. Alles wirkt improvisiert, im Aufbau befindlich, selbstvergessen. Auffallend ist, dass sich keine Frauen in den Szenen befinden, aber vielleicht ist das auch nur unisex. Würde passen.

Eine Antwort gibt vielleicht ein anderes Bild. Es zeigt einen Mann, dem wir über die Schulter schauen, geschützt durch eine riesige Mauer, dahinter abstrakte Formen, die sich scheinbar gerade zu konkretisieren versuchen. Er schaut entspannt zu, neben ihm eine Art Kranich in einer Öllache. Die Rolle des distanzierten Beobachters wird ad absurdum geführt durch die Mauer, die keinen Meter links von ihm plötzlich abbricht. Er steht also eigentlich schutzlos mitten im Geschehen. Wie verhält sich die Realität zu ihrer Abstraktion, könnte man fragen. Wenn das kein Gleichnis für die Malerei und den Künstler Rudi Kargus ist…

 

 

 

Nach Jahren als Direktor bei der Londoner Tate Gallery hatte Will Gompertz genug – genug geschrieben, genug geredet, genug erklärt. Er entwickelte eine Ein-Mann-Comedy-Show über moderne Kunst und brachte sie selber beim renommierten Theaterfestival in Edinburgh auf die Bühne. Es wurde ein Riesenerfolg. Seitdem ist Will Gompertz in Großbritannien der Kunstlehrer der Nation – extra für ihn richtete die BBC die Stelle eines Kunstkorrespondenten ein. Dieses Buch versammelt alles, was ihn ausmacht: Fundiert und gewitzt erklärt Will Gompertz im besten britischen Stil, was moderne Kunst ist und warum wir sie entweder hassen oder lieben. Er lädt ein zu einem kurzweiligen Ausflug von Monets Seerosen zu Van Goghs Sonnenblumen, von Warhols Suppendosen zu Hirsts eingelegtem Hai – und offenbart dabei die Geschichten hinter den Meisterwerken und die Geheimnisse der Künstler. Erfrischend respektlos stellt Will Gompertz die Fragen, die man im Museum nicht zu stellen wagt. Statt vorzugeben, was gute Kunst ist, leitet er zur eigenen Urteilsbildung an.

Äußerst spannend.“ DEUTSCHLANDRADIO KULTUR „Der originellste Lehrer für moderne Kunst.“  BAYERN 2 „Will Gompertz erzählt ebenso unterhaltsam wie kenntnisreich. Danach ist man klüger.“ VOGUE „Große Kunst […] klar, lustvoll und anekdotenreich geschrieben […] ein gutes Investment.“

 

Liebevoll gemachter Podcast und Blog mit gut recherchierten Beiträgen zu Kunst,Architektur und Design.

Miss Manhattan Redux

All over New York City, there is a woman in various states of undress, so baked into architecture that we barely even notice her. In the public library, she leans against a white horse; at the intersection of 59th and 5th, she perches atop a fountain; on 107th and Broadway, she reclines on a bed; and on top of the Manhattan Municipal Building she stands tall, this time cast in gold. She has gone by many names: Star Maiden, Priestess of Culture, Mourning Victory, and, simply: Niche Figure. But the truth is, all these likenesses were based on a single person: a model by the name of Audrey Munson.

 

Der Fotograf Matthias Schaller dokumentiert die Malpaletten berühmter Künstler – und schaut ihnen dadurch tief in die Seele. Seine erste Palette entdeckte der deutsche Fotograf Matthias Schaller zufällig im Atelier des US-Künstlers Cy Twombly. Es ist eher unüblich, dass Paletten aufgehoben werden, wertvoll sind ja die Bilder, nicht die Werkzeuge. Aber Schaller fand die Palette plötzlich spannender. Matthias Schaller ist ein Spezialist für indirekte Porträts, das heißt: Er bildet das eine ab und zeigt dadurch das andere. Zum Beispiel hat er Kardinäle im Vatikan porträtiert, indem er nicht sie, sondern ihre Schreibtische fotografierte. Die Malerpaletten sind nun vielfache Porträts: Sie erlauben Rückschlüsse auf den Maler und auf das Bild, auf die Hand, den Schaffensprozess und sogar die Geschwindigkeit, in der das Bild entstanden ist. Nach der zweiten Palette setzte Schallers Ehrgeiz ein, inzwischen hat er weit über hundert Paletten fotografiert. »Es geht mir aber nicht darum, eine Kunstgeschichte zu schreiben«, sagt er. »Ich bin Trophäenjäger.« Einzig der Name des Malers ist entscheidend, ob er losfährt oder nicht.

 

contemporaryartdailyblog

With a focus on what exhibitions are current – rather than best images or artists – CAD is a good way to keep track of what’s happening in the galleries.

http://www.contemporaryartdaily.com/

 

 

 c-monster
The ‘monster is another NYC monolith. Tends to the dot-point, to save time.

Vor allem interessant wegen der umfangreichen Linkliste zu Künstlern, Museen, Galerien…

http://c-monster.net/

 

 

Seit nunmehr acht Jahrzehnten greifen Menschen, die Fragen zu Farben, Pigmenten, Malmitteln und Bindemitteln, Malgeräten und Malgründen haben, auf dieses wichtige Standardwerk zurück.
Die Palette der Themen erstreckt sich von den antiken Maltechniken, der Temperamalerei des Mittelalters und der frühen Ölmalerei bis hin zu den jüngsten Malfarben, den Acrylfarben und den Alkydharzmalmitteln. Ein erklärender Anhang mit weiterführenden Literaturangaben, viele Farbtafeln und mehr als 200 Abbildungen veranschaulichen die Ausführungen über die Verwendung und Herstellung von Malfarben, das Grundieren von Leinwänden, die Fabrikation von Pinseln, die manuelle und industrielle Erzeugung von Malpapieren sowie generell die Theorie und Praxis verschiedener Malverfahren.

Klappentext zu „Malmaterial und seine Verwendung im Bilde “

Durchaus ambivalente Gefühle hat dieses Buch von Susanne Kippenberger über ihren Bruder Martin bei Rezensent Thomas Wagner ausgelöst. Zweifelhaft scheint ihm, ob die Herangehensweise der Autorin zu einem befriedigenden Ergebnis führt. Denn Susanne Kippenberger schreibt in seinen Augen keine Biografie des Menschen und Künstlers, sondern ein Porträt, das zwar auf der gemeinsamen Kindheit und Jugend basiere, sich ansonsten aber auf die Aussagen von allzu vielen verlasse, die dabei gewesen seien. Wagner wirft die Frage auf, was man zu fassen bekomme, wenn man all die Sprüche Kippenbergers mit Etikettierungen wie Anarchist, Gentleman, Männerbündler und Frauenfeind, Einzelgänger und Alleinunterhalter, Selfmademan und Menschengärtner verbindet. Heiße das nicht, so der Rezensent, „Jedem seinen Kippenberger?“ Immerhin hält er die Kapitel über Kindheit und Jugend für überaus intensiv. Doch auch sie sind seines Erachtens nicht frei von Zügen der Mythisierung. Schließlich trägt sie für den Geschmack des Rezensenten einfach viel zu dick auf, mit der Folge, dass das Buch ins Hagiografische kippt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Marktschreierisch ist nur der Titel. Was sich dahinter verbirgt, ist für Elke von Radziewsky ein Beweis für die Großartigkeit des Handwerks und der Lust am Schauen. Hoffentlich werden es viele kaufen, das Buch, hofft die Rezensentin inständig und beteuert, in den letzten Jahren nur wenige Kunstbände gesehen zu haben, „die so lebendig, herzerfrischend und offen mit der Malerei umgingen.“ Das rührt zum einen wohl daher, dass Hockney ein „guter Erzähler“ ist, zum andern aber ist es ganz bestimmt auch einfach die Welt der Bilder, die hier bezaubert, eine, „die schöner und lebendiger ist, als die, die wir aus dem Fernsehen kennen.“ Wenn Hockney der solchermaßen eingestimmten Rezensentin sodann seine These kredenzt, „dass sich realistisches Malen nicht langsam entwickelte, sondern plötzlich da war – ein Qualitätssprung,“ und mit Korrespondenzen mit Fachleuten winkt, verwundert es also nicht, dass sie sie begeistert aufnimmt.

Rezensionsnotiz Die Zeit

Viele Autoren haben schon die Moderne zu Grabe getragen, aber kaum jemand so brillant und „luzide“ wie der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich in seinem neuen Essay „Siegerkunst“, versichert Rezensent Till Briegleb. Mit feinsinniger Ironie und geradezu „angelsächsischer Eleganz“ untersuche Ullrich den zeitgenössischen Kunstmarkt und lege in aller Schärfe dar, wie der bloße Marktwert eines Werkes Kategorien wie Authentizität des Künstlers, Werkinhalt, ästhetische Provokation oder gesellschaftliche Relevanz verdränge. Egal ob es sich um „Ästhetikunternehmer“ wie Olafur Eliasson, Jeff Koons und Damien Hirst oder Biennale-Künstler handele – stets geht es um Besitz statt Rezeption, liest der Kritiker bei Ullrich nach und erfährt, wie auch Kuratoren und Katalogtextverfasser den Werken mit „gestelzter Prosa“ Relevanz angedeihen lassen. Auch wenn der Begriff der „Siegerkunst“ nicht unbedingt als neuer Epochenbegriff dienen wird, hat Briegleb diesen scharfsinnigen Abgesang auf das kulturelle System mit Gewinn gelesen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung

try-har-der
Passend dazu: Wie Hipster und andere schöne Menschen die Kunst erleben.
The everywherest of the LA art blogs – pretty much big pictures of shows and the backs of people’s legs.


Leicht zu Lesen und ein guter Einstieg in die Phänomenologie. Die hat mehr mit der Malerei zu tun als vieles was die Kunstgeschichte zu bieten hat.
Anregend, aktuell, gar erbaulich findet Rezensentin Iris Radisch Sarah Bakewells „Cafe der Existentialisten“, indem sie glänzende Porträts von Merleau-Ponty, Camus, Sartre, Heidegger, Foucault, Levi-Strauss und vielen anderen liest. Allein wie die britische Publizistin Persönliches, Gegenwärtiges und Philosophisches beredt miteinander verbindet, ringt der Kritikerin größte Anerkennung ab. Dass Sartre in dieser Gruppenbiografie ein wenig in den Mittelpunkt gerät, zudem über jede Kritik erhaben scheint, kann die Rezensentin gern verzeihen: Viel zu interessiert liest sie das Kapitel über Merleau-Ponty, dessen „Phänomenologie der Wahrnehmung“ Bakewell als eigentliches existentialistisches Vermächtnis deutet. In Zeiten von Islamismus, Rechtspopulismus oder allgegenwärtiger Überwachung treffen die Existentialisten den Nerv der Zeit, meint Radisch und spricht eine klare Leseempfehlung aus.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit

Muss man nicht am Stück und schon gar nicht ganz lesen. Perfekt für das name dropping in aktuellen Kunstdiskursen. Das Begriffslexikon zur zeitgenössischen Kunst bietet auf 376 Seiten einen kompakten Überblick über die wichtigsten Phänomene zeitgenössischer Kunst. Führende Theoretiker unserer Zeit beschreiben, analysieren und bewerten in 90 Essays pointiert die Kunstentwicklung von 1960 bis heute.